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Herstellung einer Trockenmauer

Trockenmauern werden trocken, also ohne Mörtel aufgebaut. Als Grundlage  benötigen Sie eine drainagefähige Lage aus Schotter oder grobem, sauberem Bauschutt in Stärken von ca. 20-30 cm.

Die Trockenmauersteine werden Schicht für Schicht trocken aufeinander gesetzt.  Größere Hohlräume zwischen den einzelnen Steinen können mit kleinen Steinkeilen oder mit magerem Boden befüllt werden. Zur optimalen Standfestigkeit werden Trockenmauern nicht senkrecht aufgebaut, sondern mit einer leichten Neigung  von ca. 10-15% gegen den Hang gesetzt. Es sollte  mindestens jeder zehnte Stein mit seiner langen Seite quer zur Mauerlänge als "Binderstein" zum Hinterfüllmaterial eingebaut wird. Das gibt der Mauer die nötige Stabilität. Zum Hinterfüllen empfehlen wir Material wie Schotter, Kies oder sauberen Bauschutt.

 

Bei stark austretendem Wasser ist evtl. eine Drainageleitung am Mauerfuß vorzusehen. Trockenmauern sollten eine Höhe von 150 cm nicht übersteigen. Eine Trockenmauer hat nicht nur einen hohen ökologischen und ästhetischen Wert, sie kann (und soll) auch ganz konkrete, praktische Funktionen im Garten ausüben: wer ein Hang-Grundstück besitzt und Stützwände zur Herstellung ebener, für die Bewirtschaftung gut nutzbarer Flächen errichten muß, sollte anstelle von Betonmauern oder von Schichtmauerwerken mit Mörtelfugen stets eine Trockenmauer wählen.
 

Folgende Grundregeln sollten dabei eingehalten werden:

Eine Ausrichtung nach Süden oder Südwesten ist am besten, um den an diesen Standort angepaßten Pflanzen und Tieren die benötigten warmen und trockenen Standorte anzubieten.

Als Baumaterial eignen sich am besten Sediment- oder Schichtgesteine wie zum Beispiel Mosel-Grauwacke. Künstlich hergestelltes Steinmaterial wie Ziegel oder Betonformstein ist aufgrund der gleichmäßigen Steingrößen nur wenig geeignet. Hingegen ergeben sich sehr schöne Mauerbilder, wenn man verschiedene Gesteinsarten miteinander kombiniert oder eine Gesteinsart verbaut, die eine natürliche Farbenvielfalt bietet, wie die Mosel-Grauwacke.

Das Verhältnis von Mauerfuß zu Mauerhöhe sollte etwa 1/3 betragen.
Die Fußbreite sollte 30 cm nicht unterschreiten.

Die Steine werden ohne Mörtel mit einer leichten Neigung nach innen bzw. hinten aufeinandergesetzt; wobei eine Nachbearbeitung des gelieferten Materials vor Ort mit einem Hammer unerläßlich ist. Die Neigung - der sogenannte "Anlauf" - beträgt je nach Höhe der Mauer 1:6 bis 1:4. Die Steine werden immer lagerhaft, d.h. mit der längeren Seite nach unten und niemals hochkant gesetzt. Ca. 1/3 der Steine, die sogenannten "Binder", laufen als stabilisierende Elemente durch die gesamte Mauerbreite hindurch.

Die Fugen werden möglichst eng gehalten und mit kleinen Steinen ausgezwickelt. Sie dürfen in senkrechter Richtung nicht durchlaufen. Alle Hohlräume und Fugen, auch die der Rückwand der Mauer, werden während des Aufbaus sorgfältig mit lehmig-sandiger Erde ohne großen Humusanteil gefüllt. Wenn möglich, sollte man beim Aufbau wenigstens die langwurzeligen Arten wie Alyssum oder Gypsophila gleich mit einsetzen.

Um das Ausschwemmen der Erde zu verhindern, sollten 'Taschen' ausgebildet werden, d.h. der untenliegende Stein wird mit starker Neigung nach innen (1:3 bis 1:1) gesetzt. - Ein Fundament ist für Mauern ab einer Höhe von ca. 40 bis 50 cm notwendig. Es wird bei stabilem Baugrund aus einem Splitt-Schottergemisch 0/45 oder 0/32, bei instabilem Untergrund aus Beton B15 hergestellt. Das Mauerwerk sollte dabei mindestens 10 bis 20 cm in den Boden eingebunden sein.

Eine Hinterfütterung der Mauer mit einer wasserdurchlässigen Dränschicht (z.B. Splitt-Schotter 8/32), evtl. auch zusätzliche Schichten wie ein Geotextil zwischen anschließendem Gelände und dem Dränkörper sind zu empfehlen. Sie sichern eine lange Lebenszeit und eine optimale Funktionsfähigkeit der Trockenmauer. Neben der praktischen Funktion der Geländeabstützung erfüllt eine Trockenmauer auch einige wichtige ökologische Funktionen. Da sie viele Gemeinsamkeiten mit natürlichen Felsstandorten aufweist, bietet sie an der sonnenbeschienen Südseite zahlreichen wärme- und trockenheitsliebenden Pflanzen und Tieren Lebensraum, z.B. diversen Insektenarten (Grabwespen, Wildbienen), Reptilien, Amphibien, Spinnen, Vögeln, Kräutern wie Basilikum, Oregano, Anis und Lavendel, aber auch vielen Gräsern, Wildstauden und Steingartenpflanzen.